
Seit 1988 unternehmen wir einmal im Jahr eine mehrtägige Fahrrad-Tour. Anfangs waren wir nur zwei Tage auf Achse; seit 2002 radeln wir an drei tollen Tagen. Coronabedingt mussten wir zwei Jahre pausieren. Dafür haben wir in 2022 zwei kurze Radtouren abgestrampelt. In diesem Jahr wollten wir es wieder in Angriff nehmen. Zum 38. Mal nahmen wir den Kampf mit den Naturgewalten auf. Die Vorbereitungen erfolgten von unserem bewährten Dreigestirn Gerd, Wolfgang und Horst. Die diesjährige dreitägige Reise führte uns in die Halbinsel Butjadingen.
Am Freitag, 29. Juni um 16:00 Uhr starteten wir bei strahlendem Sonnenschein zu unserer ersten Etappe. 21 hart gesottene Pedaltreter waren bereit, sich der Herausforderung des Wochenendes zu stellen. Die Reise führte uns über Schweiburg, Norderschweiburg nach Sehestedt. Der weitere Weg führte uns an der Seefelder Mühle vorbei in Richtung Abbehausen zum Hotel Butjadinger Tor. Hier waren zwei Nächte eingeplant. Das reichhaltige Abendessen wurde uns im hauseigenen Lokal kredenzt. Ein kleines Bier aus der eigenen Brauerei hatten wir uns natürlich verdient.
Am Samstag folgte nach königlichem Frühstück die zweite Etappe als Sternfahrt. Geplant war, dass wir am Abend wieder in unserem Hotel zurückkehrten. Ergo hatten wir deutlich weniger Gepäck an Bord. Es war die Rundtour Butjadingen. Wir folgten dem Erlebnisradweg Bahndamm und die lange Durststrecke wurde an der Weggabelung Roddenser Straße unterbrochen. Endlich konnte der geplagte Körper kurz entspannen. In Roddens am Prieweg gab es eine Info-Rast auf dem Ferienhof Renken von Melanie und Dirk Renken. Dabei handelte es sich um die Tochter samt Schwiegersohn von Gerhard Gerdes. Dirk berichtete von seinem weitläufigen Feriendomizil mit zahlreichen Feriengästen. Durch die angebotenen Kaltgetränke konnten die fehlenden Elektrolyte wieder aufgefüllt werden.
Über den prima ausgebauten Tossenser Deich führte die Reise stets am Wasser entlang durch das Naturschutzgebiet Langwarder Groden. Eine weitere Rast wurde in den Salzwiesen eingelegt. Bei der Mottotour Klimawandel wurde der Deich samt unterschiedliche Formen der Deicherhöhung dargestellt. Am Modell konnten direkt die vereinzelten Formen interaktiv ausprobiert werden.
Die weitere Reise führte uns nach Fedderwardersiel. Ein kleines Fischbrötchen sollte für den restlichen Tag ausreichend Power geben. In Burhave stoppten wir an einem uns unbekannten Wohnhaus. Es war das Geburtshaus von Thomas Franke. Er ließ es sich nicht nehmen das Einfamilienhaus mittels zünftigen Spruchs zu würdigen.
Im Landhuus Bieber gab es eine Rast bei Kaffee und Kuchen. Die selbstproduzierten zahlreichen Tortenkreationen luden zum Schmaus ein. Kaffee gab es satt. Die weitere Fahrt führte stets am Deich entlang in Richtung Süden. Im Landhaus Tettens gab es endlich eine Pause. Nach kurzer Fahrt erreichten wir die Mündung der Weser. Wir standen etwa drei Kilometer auf der anderen Weserseite von Bremerhaven. Unser Abendessen wurde in Blexen im Lavastein genossen. Die umfangreiche Auswahl, das reichhaltige Menü und die kompetente Bedienung wurde mit einem Ouzo verfeinert.
Bis zum Hotel waren es nur noch rund 10 Kilometer. Unsere erprobten Beine spulten die kurze Strecke rasch ab. So blieb nur noch ein abendliches selbstgebrautes Hopfen.
Bei der dritten Etappe mussten wir wieder das gesamte Gepäck mitführen. Die Fahrt führte uns über den alten Bahndamm raus aus Abbehausen. Stets an der Weser entlang durch Kleinensiel. Etwa in Höhe der Bundesstraße ist eine Infotafel zu erkennen. Hier sind die Arbeitsabläufe des Wesertunnels beim Bau und die verendeten Spundwände zu bestaunen. Alle Infos sind plastisch dargestellt, um sich den Tunnelbau vorstellen zu können. Die weitere Reise führte uns nach Rodenkirchen in den alten Hafen zur Gaststätte Am Absersiel. Nach weiterer Fahrt erreichten wir den Hafen von Brake. Hier sollte uns eine Überraschung ereilen. Unser Sports-Kollege Frank Düser war mit seinem Quad zu unserer Haltestelle gefahren. Nicht nur sein beeindruckendes Fahrzeug war zu bewundern; sondern auch das mitgebrachte gekühlte Getränk. Es war eine erfrischende Abwechslung bei so einem anstrengenden Tag in der prallen Sonne.
In Oberhammelwarden wurde ein kulinarischer Genuss im Ankerplatz eingenommen. Nach einer solchen Reise stand Kaffee und Torte auf dem Plan. Die restlichen 20 Kilometer wurden völlig problemlos bis Jade abgespult.
Bei der Abschlussbesprechung auf dem Campingplatz an der Jade bei Silke und Bibo zeigten sich alle Beteiligten begeistert. Tolles Wetter und prima Stimmung umrahmten die Veranstaltung. Stets wurden Strecken benutzt, die abseits der Pkw-Straßen verliefen. Oftmals durchquerten wir unberührte Natur. So herrschten bei den gesamten drei Etappen eine entspannte Atmosphäre. Besondere begeistert waren wir von den vielen Informationen und kulturellen Eindrücken. Wir sind uns einig, dass auch im nächsten Jahr wieder eine Fahrt realisiert werden sollte. Erste Planungen laufen bereits.
Bei Auswertung aller Informationen und Rahmenbedingungen wurde unsere Chronik vervollständigt. Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Familie Bramstedt, bestehend aus Otto mit seinen Söhnen Rolf und Heinz-Jürgen, daran teilnahmen. Alle drei sind bereits im Rentenalter.
Bei der Chronik wurden alle 38 Fahrten, die Teilnehmer, die Tage und den abgestrampelten Kilometern ausgewertet. Dabei fiel auf, dass insgesamt 789 Pedaltreter jetzt mehr als 100.000 Kilometer erreicht haben. Wir haben genau 101.777 Kilometer zurückgelegt.
Besonderer Dank gilt Gerd, Wolfgang und Horst für die arbeitsintensive Planung und Umsetzung der tollen Reise.
Frank Piontek
Eckdaten der Fahrt:
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Reine Fahrtzeit |
9:38 Std. im Sattel |
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Max. Geschwindigkeit |
37,5 km/h (Berg runter) |
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Ø Geschwindigkeit |
16,1 km/h |
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Pannen (echte) |
0 |
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Pannen (vorgetäuscht) |
4 |
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Gesamte Strecke |
155 Kilometer |

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